Das Spiel am Sonntag hatte so fast
alles, was ein Fußballspiel haben kann. Von Elfmeter über
Tätlichkeit bis hin zu Traumtoren war soweit alles dabei. Unterm
Strich stand ein 3:2 Auswärtserfolg beim SV Herste, doch immer
der Reihe nach.
Vor dem Spiel sagte Coach Jannes
Ulrich, für ihn zähle heute nur ein Sieg, egal auf welchem
Wege er zustande käme. Er übernahm die Vertretung des
Spielertrainers Saban Cet, welcher aus persönlichen Gründen
nicht verfügbar war. Außerdem mussten die
Langzeitverletzten Michael Arens (Schulter-OP) und Thomas Roßbegalle
(Kreuzbandriss) ersetzt werden. Zudem fehlte mit Michael Scholle eine
Alternative im defensiven Bereich, Murat Cetinkaya ging mit einer
Erkältung angerschlagen in die Partie. So stellte der Coach
Oktay Göktas ins Tor, davor spielten Heinz Böddeker, Roland
Drewes sowie Osman Elmas in der Verteidigung. Die Absicherung der
zentralen Mittelfeldspieler Murat Cetinkaya und Süleyman Oztürk
übernahm Antonius Lüke auf der 6. Die Flügel besetzten
Tuncay Sener (links) und Florian Lüke (rechts). Im Sturm spielte
Christof Drewes leicht versetzt mit Stefan Roßbegalle. Als
Reservisten standen Frederick Breker, Holger Drewes sowie Marc Maske
zur Verfügung.
Erste Halbzeit
Das Spiel gegen Herste, das unter der
Woche 2:2 beim TSC Steinheim gespielt hatte, agierte zunächst
zurückhaltend. Sie boten nur eine echte und eine hängende
Spitze auf, welche stets auch mit nach hinten arbeiteten. Diese
Taktik konnten wir schnell zu unseren Gunsten ausnutzen. Wie schon am
vorangegangenen Wochenende in Bergheim verstand es unsere Mannschaft,
den Ball in den eigenen Reihen laufen zu lassen und sich über
die Außenbahnen Strafraumaktionen zu erspielen. So konnte
Süleyman Oztürk nach einer abgewehrten Ecke schon in der
fünften Minute einen Distanzschuiss aus etwa 20 Metern im
Herster Tot unterbringen. Der Treffer motivierte die Mannschaft, in
der besonders der Torschütze durch unermüdlichen Einsatz zu
gefallen wusste. Von Herste war unterdessen nicht viel zu sehen.
Vielmehr fielen die meist fragwürdigen Entscheidungen des
Schiedsrichters ins Auge, die er zudem auch noch großzügig
mit Karten belegte. In der 25. Minute folgte dann ein Rückschlag
für den HSV. Öztürk wird an der Mittellinie
unnötigerweise vom Herster Spielführer gefoult, dieser
fällt offensichtlich nach dem Foul noch auf den HSV-Akteur.
Dieser schubst ihn weg und erhält dafür vom Schiedsrichter
glatt Rot. Der Übeltäter kommt unterdessen ungestraft
davon, lediglich ein weiterer Herster Spieler bekommt eine gelbe
Karte, weil er sich beim Schiedsrichter beschwert hatte. Für
Öztürk rückste dann Stefan Roßbegalle eine
Position zurück. In der Foge konzentrierte sich unsere
Mannschaft auf die Defensive. Für die Zuschauer neben dem Platz
war nicht ganz ersichtlich, ob Herste nicht konnte oder nicht wollte,
jedenfalls verlor das Spiel in der Folge deutlich an Qualität.
Druck konten sie mit zumeist längen Bällen doch erzeugen,
doch Oktay Göktas im Tor sowie Heinz Böddeker in der Luft
wussten Gegentore zu verhindern. In der 45. Minute sollte Herste dann
dafür bestraft werden, dass sie ihre zahlenmäßige
Überlegenheit nicht in Tore ummünzen konnten. Tuncay Sener
tritt zum Freistoß nahe der rechten Eckfahn an, sieht Stefan
Roßbegalle am 5 Meterraum völlig frei und spielt ihn an.
Dieser schießt, der Ball segelt durch die Luft und senkt sich
schließlich ins lange Eck des Herster Tores. Neben dem Torjubel
sah man auch ein wenig Humor in den Gesichtern der Zuschauer, denn
drei Herster Spieler, inklusive der Torwart, versuchten noch den
Schuss abzulenken und landeten dabei über- und nebeneinander in
den eigenen Maschen. Zum kuriosen Treffer selbst sagte der
Torschütze: „Ich habe die Situation sofort erkannt und habe
von allen denkbaren Möglichkeiten die spektaulärste
gewählt.“ Gut, dass er das klargestellt hat, denn sonst hätte
man glatt denken können, dass er voll am Ball vorbeigetreten und
einfach nur sehr, sehr viel Glück gehabt hatte
So ging es
mit einer 2:0 Führung in die Pause. Prinzipiell konnte man bis
dato mit dem Spiel der Mannschaft vor der roten Karte zufrieden sein,
danach konnte man imerhin mit dem Halbzeitergebnis ein wenig beruhigt
in die Kabine gehen.
Zweite Halbzeit
Direkt nach Wiederanpfiff wird Christof
Drewes bei einem sehenswerten Dribbling auf dem linken Flügel
gefoult, was eine Ampelkarte für den Herster Akteur „Chef“
mit sich brachte. Gespielt wurde also 10 gegen 10. Der Verweis schien
die Herster Mannschaft allerdings zu motivieren. Sie spielten nun
deutlich offensiver, nun mit 2 echten Stürmern und immer wieder
blieben auch Mittelfeldspieler vorne stehen. Dies bereitete dem HSV
Probleme, zumal die Zuordnung im Mittelfeld ein ums andere Mal nicht
konsequent eingehalten wurde. Herste kam zu Tormöglichkeiten,
doch zunächst konnte Oktay Göktas Schlimmeres verhindern.
Später musste aber auch er sich geschlagen geben, Herste konnte
auf 1:2 verkürzen und war weiter am Drücker. In dieser
Phase konnte unsere Mannschaft kaum für Entlastungsangriffe
sorgen, das Spiel über die Flpgel war nicht mehr zu erkennen,
zumal die Außen im Mittelfeld eher auf Halbpositionen agierten.
Kapitän Böddeker kommentierte diese Lähmung im Spiel
nach vorne treffend mit dem Statement „alles was an Bällen
nach vorne geht kommt sofort wieder zurück. Da Herste seine
inzwischen spielerische Überlegenheit nicht in Tore ummünzen
konnte, kam es dazu, dass Christof Drewes nach einem Foul im Herster
16-Meterraum ein Strafstoß zugesprochen wurde. Diesen
verwandelte Murat Cetinkaya souverän zum zwischenzeitlichen 3:1.
Doch wer dachte, dass dies eine Entscheidung sein könnte, der
irrte sich gewaltig. Nur ein paar Momente später gelang Herste
erneut der Anschlusstreffer. Das Spiel wurde zunehmend hektischer,
Herste drängte mit aller Kraft auf den Ausgleich, unsere
Mannschaft war darauf bedacht diese Bemühungen abzuwehren. Coach
Ulrich brachte noch Holger Drewes und Frederick Breker für die
erschöpften Stefan Roßbegalle und Tuncay Sener. In dieser
Phase des Spiels konnte unsere Mannschaften sich noch
Kontergelegenheiten herausspielen, doch Christof Drewes kam an eine
scharf vor das Tor geschlagene Flanke von Florian Lüke nicht
mehr heran und Antonius Lüke scheiterte mit einem Distanzschuss
am Herster Schlussmann. In der Defensive stach zum Schluss ebenfalls
Christof Drewes hervor, der in den letzten 10 Spielminuten jeden
hohen Ball des SV Herste mit dem Kopf klärte. Kurz vor Schluss
dezimierten sich die Gastgeber ein weiteres Mal. Nach einem Foul nahe
des Mittelpunktes ging ein Herster Spieler zu Boden und musste
behandelt werden. Der Torwart, der herbeieilte, muss sich wohl im Ton
vergriffen haben und kassierte die nächste Ampelkarte. Herste
versuchte nochmal auf den Ausgleich zu drängen, allerdings
wurden die hohen Bälle, wie schon erwähnt, souverän
abgewehrt. So konnte im zweiten Saisonspiel der erste Sieg
eingefahren werden.
Fazit
Lobenswert auf jeden Fall das Spiel der
Verteidiger. Roland Drewes war es zu verdanken, dass der Herster
Stürmer Chris Rasche, der sich am vorigen Spieltag gleich
doppelt in die Torschützenliste eintragen konnte, lediglich als
Schütze von Herster Standardsituationen in Erscheinung trat, und
auch dort weitesgehend harmlos blieb. Auch Osman Elmas spielte sehr
diszipliniert und wusste durch konsequentes Rausrücken dem
ballführenden Spieler eine Anspielstation zu bieten. Ebenfalls
stark war Öztürk, jedenfalls solange er gespielt hat. Der
Sturm mit Christof Drewes und Stefan Roßbegalle hatte letztlich
zu wenig Zeit, um zu zeigen wie torgefährlich er ist, es waren
allerdings in den ersten 25 Minuten sehr gute Ansätze zu
beobachten. Auch Oktay Göktas im Tor ist es aufgrund der ein
oder anderen Parade auf der Linie zu verdanken, dass der Auswärtssieg
unter Dach und Fach gebracht werden konnte. Abzuwaten bleibt die
Sperre nach der roten Karte. Erwähnenswert ist auch auf jeden
Fall der Schiedsrichter, der mit Karten absolut nicht geizte und
durch seinen überrtrieben wirkenden autoritären Stil doch
das ein oder andere verblüffte Gesicht unter den Zuschauern
hinterließ. Zum Abpfiff hatte sogut wie jeder Herster Akteur
einen gelben Karton gesehn (manche sogar 2) und auch bestimmt die
Hälfte der Holzhauser und Erwitzer Akteure hatte eine Verwarnung
bekommen. Die Spieler verstanden sich auf dem Platz jedoch
prinzipiell gut, da man gemeinsam der Meinung war, der Schiedsrichter
übertreibe (um es mal diplomatisch auszudrücken).
Für das Spiel am kommenden Freitag
braucht man also keinesfalls pessimistisch sein, mit einer
konzentrierten Defensivleistung und durchgehend 11 Spielern auf dem
Platz dürfte auch im Auswärtsspiel in Entrup gegen die SG
Bebertal 08 einiges drin sein.
HSV/E.: Oktay Göktas – Heinz
Böddeker – Roland Drewes, Osman Elmas – Antonius Lüke –
Tuncay Sener (80. Frederick Breker), Murat Cetinkaya, Süleyman
Öztürk, Florian Lüke – Stefan Roßbegalle (78.
Holger Drewes), Christof Drewes